Kurz gesagt
Prompt Injection, Deepfakes, automatisierte Phishing-Angriffe: Die Liste der Bedrohungen durch und für KI wächst. Doch wie real sind diese Gefahren im April 2026?
Prompt Injection, Deepfakes, automatisierte Phishing-Angriffe: Die Liste der Bedrohungen durch und für KI wächst. Doch wie real sind diese Gefahren im April 2026? Dr. Karsten Nohl , einer der weltweit bekanntesten IT-Sicherheitsforscher, ordnet im Interview ein, welche Risiken Unternehmen jetzt ernst nehmen sollten und wo Panikmache fehl am Platz ist.
Seine klare Botschaft: KI Sicherheit beginnt nicht bei der Technik, sondern bei realistischen Zielen.
Wer ist Dr. Karsten Nohl?
Karsten Nohl gehört zu den profiliertesten Hackern Europas. 2009 knackte er die Verschlüsselung von Mobilfunk-Telefonaten. 2013 zeigte er live, wie sich SIM-Karten klonen lassen.
2014 demonstrierte er im US-Fernsehen, wie Telefonate über Mobilfunknetze abgehört werden - und deckte auf, dass Geheimdienste die sogenannte SS7-Schwachstelle seit Jahren zur Überwachung nutzen. Er promovierte 2008 an der University of Virginia in Computer Engineering und gründete 2010 in Berlin Security Research Labs .
Seit über 15 Jahren berät er Fortune-500-Unternehmen weltweit. Seine Kombination aus Forschung und praktischer Verantwortung als Interim-CISO bei asiatischen Telekom-Konzernen prägt seinen Blick auf digitale KI Sicherheit .
Kann man KI überhaupt hacken?
Nohls Antwort ist eindeutig: Ja. Jede Technik ist hackbar, KI bildet keine Ausnahme. Hacken bedeutet, sich Zugriff auf Daten oder Funktionen zu verschaffen, für die keine Erlaubnis besteht. Bei KI-Systemen betrifft das Trainingsdaten, interne Daten-Pools und autorisierte Aktionen. Aber: Der häufigere Fall im April 2026 ist ein anderer.
Hacker nutzen KI als Werkzeug, um klassische Systeme anzugreifen. Das Hacken von KI-Systemen selbst bleibt seltener, weil kaum Unternehmen vollautomatisierte Prozesse mit direktem Kundenzugang betreiben.
Themen dieses Beitrags
- Wer ist Dr. Karsten Nohl?
- Kann man KI überhaupt hacken?
- Prompt Injection: Das ungelöste KI-Sicherheits-Problem
- Der Superassistent: Traum der Nutzer, Traum der Hacker
- KI als Waffe: Phishing, Deepfakes, Social Engineering
- Chinesische Open-Source-Modelle: Backdoor-Risiko?
- So schützt du deine KI-Agenten: Nohls Verteidigungs-Strategie
- Fazit: KI Sicherheit heißt 90 % automatisieren, 10 % kontrollieren