Kurz gesagt
Chinas Aufstieg beschreibt den Weg der Volksrepublik vom armen Agrarland zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Kaum ein Deutscher hat diesen Wandel so nah erlebt wie Dr.
Chinas Aufstieg beschreibt den Weg der Volksrepublik vom armen Agrarland zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Kaum ein Deutscher hat diesen Wandel so nah erlebt wie Dr. Wolfgang Röhr. Der frühere Generalkonsul in Shanghai verbrachte rund 23 Jahre vor Ort.
Im Interview mit Leonard Schmedding von DIDACTED AI erklärt er, warum der Westen China seit Jahrzehnten unterschätzt. Röhr trat 1978 in den Auswärtigen Dienst ein. Er leitete zweimal die politische Abteilung der Botschaft in Peking. Von 2002 bis 2006 und von 2010 bis 2014 war er Generalkonsul in Shanghai. Sein Amtsbezirk umfasste rund 230 Millionen Menschen .
Er erlebte vier Führungs-Generationen, von Deng Xiaoping bis Xi Jinping. Für uns liefert das Gespräch einen Blick, den Unternehmen selten bekommen.
Peking 1986: Kohlwochen und Autoreifen-Sohlen
Röhr kam 1986 mit genau 10 Stunden Chinesisch-Unterricht nach Peking. Die Botschaft hatte 84 entsandte Mitarbeiter, aber nur 82 Wohnungen. Er lebte deshalb über ein Jahr im Hotel. Im Winter gab es in Peking fast nur Kohl. In zwei Kohlwochen im November lagerten die Bürger ihn auf Dächern und Balkonen.
Ein Straßen-Schuster besohlte Röhrs Lederschuhe mit einem alten Autoreifen. Anderes Material hatte er nicht. Hätte ihm damals jemand die heutige Entwicklung vorhergesagt, hätte er widersprochen. Wohlstand ist seitdem explodiert. Die geistige Offenheit der späten 80er Jahre ging dagegen zurück. Ein Beispiel liefert Kulturminister Wang Meng.
Seine Kurzgeschichte über einen jungen Idealisten in der Organisations-Abteilung der Partei brachte ihm einst 20 Jahre Verbannung. Als Röhr kürzlich einer chinesischen Zeitung davon erzählte, fehlte genau diese Passage im Druck. Offizielle Begründung: Platzgründe.
Themen dieses Beitrags
- Peking 1986: Kohlwochen und Autoreifen-Sohlen
- Warum der Westen Chinas Aufstieg unterschätzt
- Autoindustrie und Robotik: Wo Deutschland den Anschluss verlor
- China-Speed: Transrapid, Hochgeschwindigkeit und Fünfjahrespläne
- Was Unternehmen von Chinas Aufstieg lernen können
- Fazit: Chinas Aufstieg verlangt nüchterne Interessenpolitik
- Häufige Fragen